
“Wir wollen einen Ort schaffen, an dem sich die Menschen einfach nur wohlfühlen“, sagt Luca Tito. Wenn er über die Entwicklung des Gewerbeparks Areal Böhler spricht, dann klingt er so gar nicht wie jemand, der einen Gewebepark weiterentwickeln will. Das Areal Böhler liegt sowohl auf Meerbuscher als auch Düsseldorfer Stadtgebiet.
Tatsächlich ist seine Aufgabe als “Placemaker”, bei Böhler eine andere als die reine Vermarktung von Gewerbeflächen. Er und sein Team sind angetreten, um das Areal grundlegend neu auszurichten.
Imposante Industriekulisse
Und sie sind schon weit gekommen. Mit dem Rheinriff gibt es eine riesige Surf– und Beachvolleyball-Halle, Cafés und Restaurants haben sich angesiedelt, regelmäßige Trödelmärkte und Party-Events laden zum Verweilen ein.
Dazu bieten die alten Hallen eine imposante Industriekulisse auch für große Messen.
Hier ensteht etwas Besonderes
“Wellnest” ist ganz neu auf dem Areal. Am siebten Standort dieses Unternehmens in der Rhein-Ruhr-Region können Kunden stundenweise ein Privat-Spa mit Whirlpool, Sauna und Ruhebereich mieten.
Das Areal Böhler passt laut Wellnest-Personalchefin Selina Kulwitzki ideal: “Wir sind hier an einem Ort, wo etwas Besonderes entsteht. Das passt zu uns. Wir können hoffentlich die vielen Leute, die hier unterwegs sind, als Kunden überzeugen.“
Produzierendes Gewerbe muss weichen
Wo sich Lifestyle, Kultur und Gastronomie immer mehr ausbreitet, muss anderes weichen. Im Areal Böhler ist das vor allem produzierendes Gewerbe. Marcus Harder-Otto ist Geschäftsführer beim Hebetechnik-Hersteller Certex. Nach 30 Jahren am Standort hat das Areal Böhler den Pachtvertrag des Unternehmens gekündigt.
“Als Privatperson kann ich die Entscheidung nachvollziehen. Es wird hier was Tolles geschaffen, was den Menschen Anreize bietet, herzukommen. Wir waren der Meinung, dass das auch mit der Industrie zusammen ginge. Aber das ist so leider nicht mehr gewünscht“, erklärt Harder-Otto.
Nach der Arbeit auch die Freizeit verbringen
80 Jahre lang wurde im ehemaligen Böhlerwerk Edelstahl produziert. Nach der Schließung der Produktion Ende der 1990er-Jahre entstand Stück für Stück ein Gewerbepark. Die Philosophie der Neuausrichtung soll das Areal nun als reinen Ort zum Arbeiten aufbrechen. Und das nicht nur baulich, wenn Industrieflächen mit viel Grün entsiegelt werden.
Es geht eben auch um die Art der Mieter. Placemaker Luca Tito ist vom Erfolg überzeugt: “Wir glauben, dass hier ein Ort entsteht, der es ermöglicht, nach der Arbeit hier auch seine Freizeit zu verbringen. Und da passt eine Fläche, auf der Menschen Paddle spielen, viel besser ins Konzept als eine Lagerhalle.”
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters Markus Gröters vor Ort
- Informationen der Areal Böhler Betriebs GmbH
- Gespräche und Interviews mit Mitarbeitern angesiedelter Unternehmen
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 16.04.2026, 19.30 Uhr