Teilzeit als Lifestyle: Wie leistungsbereit sind wir?
Montag, 02. Februar 2026, 20:15
bis
22:00 Uhr
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Teilzeit als Lifestyle: Wie leistungsbereit sind wir?
Die Debatte über Arbeitszeiten hat durch die CDU-Mittelstandsunion neuen Schwung bekommen. Sie warf den Begriff “Lifestyle-Teilzeit” in die Diskussion und löste eine Empörungswelle aus – die Mittelstandsunion entschuldigte sich inzwischen dafür. Wegen des Fachkräftemangels bleibt jedoch ihre Forderung nach mehr Vollzeit, das Recht auf Teilzeit soll eingeschränkt werden. Was meinen Sie? Darüber wollen wir mit Ihnen am Montag ab 20.15 Uhr diskutieren!
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Moderator Christian Orth begrüßt als Gäste:
Ronja Ebeling
Jugend-Expertin und Unternehmensberaterin
Luise Klemens
Landesvorsitzende Verdi Bayern
Prof. Stefan Sell
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler an der Hochschule Koblenz
Teilzeit boomt
Die Teilzeitquote hat Ende vergangenen Jahres einen neuen Rekord erreicht: Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stieg sie auf 40,1 Prozent. Das sind rund 17 Millionen Beschäftigte. Gleichzeitig herrscht Fachkräftemangel. Damit begründet die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) ihren Antrag, den Rechtsanspruch auf Teilzeit einzuschränken. Das Papier soll auf dem CDU-Parteitag Ende Februar eingebracht werden. Der Vorstoß entspricht der Kanzlerlinie. Friedrich Merz (CDU) betont immer wieder, dass mit einer Vier-Tage-Woche der Wohlstand nicht zu halten sei. Die Regierung plant Lockerungen bei den Regeln für Arbeitszeiten.
Was folgt aus höherer Teilzeitquote?
Der Teilzeit-Rekord wird ganz unterschiedlich interpretiert. So hält das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) den Rechtsanspruch auf Teilzeit nicht mehr für zeitgemäß. Das Argument: Es gebe nicht zu wenig Arbeit, die besser verteilt werden müsse, sondern das Gegenteil sei der Fall. In Zeiten des demografischen Wandels würde jede Arbeitskraft gebraucht.
Das IAB weist allerdings darauf hin, dass die hohe Teilzeitquote nicht bedeutet, dass insgesamt weniger gearbeitet wird. Vielmehr seien viele Teilzeit-Beschäftigte zusätzlich auf den Markt gekommen, beispielsweise Frauen, die sich um Kinder kümmern; früher hätten sie gar nicht gearbeitet. Der Sozialverband VdK sieht das Problem vor allem bei der Politik: Sie müsse für bessere Rahmenbedingungen sorgen, etwa für mehr Kita-Plätze und eine verlässliche Pflege.
Welche Haltung haben die jungen Leute?
Da die Boomer langsam aus dem Arbeitsmarkt scheiden und weniger junge Beschäftigte nachkommen, richtet sich jeder Appell nach mehr Arbeit vor allem an sie. Doch die jungen Leute treffen auf eine schwierige Situation: Es herrscht zwar Fachkräftemangel, aber nur in einigen Branchen, in anderen wird KI bald viele Arbeitsplätze ersetzen.
Wo genau soll also länger gearbeitet werden? Außerdem pochen viele der Generation Z auf work-life-balance. Aber wo ist es überhaupt möglich, flexibel zu arbeiten? Sie möchten auf Augenhöhe mit dem Chef sprechen und mögen keine Ellbogenmentalität. Das Institut für Generationenforschung berichtet deshalb von einer oft schwierigen Kommunikation zwischen jungen Leuten und Arbeitgebern.
Was meinen Sie?
Was kann ein Appell nach mehr Arbeit bewirken? Fühlen Sie sich angesprochen? Oder sind sie verärgert? Wie stehen Sie zur Teilzeit? Müssen wir mehr arbeiten, um Sozialstaat und Wohlstand zu erhalten?
Rufen Sie uns an, sagen Sie uns Ihre Meinung, unter (08000) 44 17 77, schreiben Sie uns eine E-Mail oder beteiligen Sie sich bei YouTube.