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Die Bose Lifestyle Ultra liefert gewaltigen Sound – aber ein Punkt nervt

Die Bose Lifestyle Ultra liefert gewaltigen Sound – aber ein Punkt nervt

Die Bose Lifestyle Ultra Soundbar möchte alles mitbringen, was ein moderner Klangriegel bieten sollte: kräftigen Sound, Dolby Atmos, zahlreiche Streaming-Möglichkeiten und Multiroom-Unterstützung. Klingt nach einem Volltreffer. Doch hält die Soundbar ihr Versprechen? COMPUTER BILD hat den Test gemacht.

Schick, schlicht und wohnlich

In puncto Design setzt Bose auf Dezenz statt Effekthascherei. Ein Stoffbezug umhüllt die Soundbar, auf der ein Glaselement sitzt. Das sieht edel aus und passt gut ins Wohnzimmer, hat aber einen kleinen Nachteil: Schon nach wenigen Berührungen sammeln sich auf dem Glas Fingerabdrücke. Wer es dauerhaft makellos mag, muss also oft zum Tuch greifen.

Nahaufnahme der Oberseite der Bose Lifestyle Ultra Soundbar. Zu sehen sind die Glasoberfläche mit Fingerabdruckspuren, die berührungsempfindlichen Bedienelemente sowie ein großes Lautstärkerad.

Edler Auftritt mit Nachteil: Die Glasoberseite der Bose Lifestyle Ultra Soundbar wirkt zwar hochwertig, zieht jedoch Fingerabdrücke an.

Foto: COMPUTER BILD

An der Vorderseite befindet sich eine einzelne LED-Leuchte. Sie informiert per Blinkmuster und Farben über den aktuellen Betriebsstatus der Soundbar. So signalisiert sie unter anderem den Bluetooth-Modus, fehlenden WLAN-Empfang oder eine aktive Sprachsteuerung.

Nahaufnahme der Front der Bose Lifestyle Ultra Soundbar. Die helle Stoffbespannung, das Bose-Logo sowie die kleine Status-LED auf der Vorderseite sind zu erkennen.

Ein kleiner Lichtpunkt: Die Status-LED zeigt den aktuellen Betriebszustand der Bose Lifestyle Ultra Soundbar an.

Foto: COMPUTER BILD

Zwei Kabel reichen – eigentlich

Der Aufbau der Soundbar wirkt zunächst schön unkompliziert. Strom rein, HDMI zum Fernseher, fertig. Die weitere Einrichtung übernimmt die Bose-App. Genau an dieser Stelle zeigt die Lifestyle Ultra ihre empfindliche Seite. Im Test gab es Probleme rund um unser WLAN – das offenbarte, wie abhängig die Ultra von ihrer App und dem Internetempfang ist. Zwar lässt sich die Soundbar über HDMI-eARC betreiben, doch jede weitergehende Einstellung bleibt verborgen – denn eine Fernbedienung gehört nicht zum Paket. Möchten Sie auf Klang- oder Zusatzfunktionen zugreifen, landen Sie zwangsläufig in der App. Eine Ausweichlösung wäre wünschenswert. Funktioniert das WLAN, geht die App-Kopplung aber flott.

Die Bose Lifestyle Ultra Soundbar steht unter einem Fernseher, daneben ist der kabellose Subwoofer aufgestellt. Auf dem Bildschirm läuft eine Filmszene.

Stoff mit Hochglanz: Die Bose Lifestyle Ultra Soundbar fügt sich mit ihrem Design gut ins Wohnzimmer ein (Subwoofer separat erhältlich).

Foto: COMPUTER BILD

Bedienung am Gerät, per App und per Sprache

Immerhin kann die Lautstärke auch über den TV kontrolliert werden. Zudem bietet die Soundbar selbst einige Tasten. Direkt am Gerät haben Sie die Möglichkeit, etwa Bluetooth-Geräte zu koppeln, das Mikrofon ein- und auszuschalten, die Lautstärke zu ändern und Titel zu überspringen. Damit deckt Bose die wichtigsten Basisfunktionen ab. Zusätzlich hört die Soundbar auf Sprachbefehle, denn sie integriert Amazons Alexa und unterstützt Google Assistant. Wer sein Wohnzimmer ohnehin per Sprache steuert, bekommt damit eine komfortable Möglichkeit zur Bedienung.

Eine Person bedient das große berührungsempfindliche Lautstärkerad auf der Oberseite der Bose Lifestyle Ultra Soundbar. Die Bedienelemente sind in die Glasoberfläche integriert.

Über Touchelemente lässt sich die Bose Lifestyle Ultra Soundbar auch ohne Fernbedienung bedienen.

Foto: COMPUTER BILD

Trotzdem bleibt der Verzicht auf eine Fernbedienung ein Minuspunkt. Nicht jeder möchte für jede Einstellung zum Smartphone greifen oder Sprachbefehle nutzen. Gerade bei einer Soundbar aus dieser Preisklasse hätte eine klassische Fernbedienung dem Bedienkomfort gutgetan.

Viel kabellos, aber sparsam am Gehäuse

Bei den physischen Anschlüssen zeigt sich Bose ebenso reduziert. An Bord sind HDMI-eARC und LAN. Dazu kommt ein Klinkenanschluss mit der Aufschrift “Data”, der in der Bedienungsanleitung allerdings keine weitere Erwähnung findet. Der USB-C-Port dient lediglich als Service-Anschluss. Außerdem gibt es einen Bass-Ausgang, über den sich ein kompatibler Subwoofer per Kabel anschließen lässt (eine kabellose Kopplung ist bei kompatiblen Geräten ebenfalls möglich).

Eine Person hält die Bose Lifestyle Ultra Soundbar mit der Rückseite nach oben. Sichtbar sind die Anschlüsse für HDMI eARC, Ethernet, Service, Stromversorgung sowie die Verbindungen zum Subwoofer und weiteren Komponenten.

Die Anschlüsse der Bose Lifestyle Ultra Soundbar sitzen gut erreichbar in einer vertieften Aussparung auf der Rückseite.

Foto: COMPUTER BILD

Deutlich breiter ist die Soundbar kabellos aufgestellt. WLAN, Bluetooth, Spotify Connect, Apple AirPlay und Google Cast sind dabei. Damit deckt sie die wichtigsten modernen Abspielwege ab und Musik vom Smartphone oder Tablet kann flott wiedergegeben werden. Zusätzlich kann sich die Ultra in ein Multiroom-Setup einfügen und so helfen, das gesamte Haus zu beschallen.

Heimkino? Kann sie!

Steht die Verbindung einmal, zeigt die Bose Lifestyle Ultra, warum Bose im Audiobereich einen guten Ruf genießt. Bereits in den ersten Film-Test-Szenen liefert die Soundbar einen druckvollen Klang mit reichlich Bass. Das bedeutet aber nicht, dass der Sound unausgewogen ist. Dafür sorgt der gute Center-Lautsprecher: Er spielt klar und ausreichend kraftvoll.

Die Bose Lifestyle Ultra Soundbar steht unter einem Fernseher, daneben der kabellose Subwoofer. Auf dem Bildschirm läuft eine Filmszene mit Captain America und Steve Rogers.

Captain America rettet die Welt, der gute Center-Lautsprecher der Bose-Soundbar seine Sprachverständlichkeit.

Foto: COMPUTER BILD

Das sorgt für eine detailreiche Wiedergabe, bei der Stimmen sowohl im TV-Programm als auch in Filmen stets gut verständlich bleiben. Dabei klingen Dialoge nie dünn oder nach Telefonhörer, sondern natürlich und sauber eingebettet. Klanglich ist damit aber noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht: Mit dem separat erhältlichen Subwoofer legt das System noch einmal zu. Sandwürmer donnern in “Dune” klanggewaltig vorbei, intergalaktische Explosionen in “Star Wars” schlagen noch voluminöser ein.

Nahaufnahme des kabellosen Bose Lifesyle Ultra Subwoofers. Das würfelförmige Gehäuse mit abgerundeten Kanten und glänzender Oberseite steht neben einem TV-Möbel.

Für mehr Tiefgang: Der separat erhältliche Bose Subwoofer ergänzt die Lifestyle Ultra Soundbar um kräftigere Bässe.

Foto: COMPUTER BILD

Und auch beim Raumklang punktet die Soundbar. In “Dune” wirken Effekte breit, groß und wuchtig. Der Klang löst sich hörbar über die Maße der Soundbar hinaus. Noch besser wird es mit Dolby Atmos: Die Lifestyle Ultra arbeitet als 5.1.2-Soundbar und hat unter anderem nach oben gerichtete Lautsprecher. Diese strahlen Klang zur Zimmerdecke, von wo er zurück zum Hörplatz reflektiert wird. So imitiert die Soundbar Höhenkanäle. Im Rahmen der technischen Möglichkeiten funktioniert das gut. Gelegentlich entsteht tatsächlich der Eindruck, dass ein Effekt von oben kommt.

Ein Manko bleibt dennoch. Das spezielle Raumklangformat von Dolby muss tatsächlich vorhanden sein. Andere Formate wie DTS:X unterstützt das System nicht. Da viele Filme ohnehin im Dolby-Format abgemischt sind, fällt dieser Punkt im Alltag nicht riesig ins Gewicht. Ein wenig mehr Flexibilität wäre aber wünschenswert.

Nahaufnahme der Bose Lifestyle Ultra Soundbar. Zu sehen sind die helle Stoffbespannung, die glänzende Glasoberfläche und das große berührungsempfindliche Lautstärkerad auf der Oberseite.

Unter dem Stoffbezug an den äußeren Enden der Ultra verstecken sich nach oben gerichtete Lautsprecher.

Foto: COMPUTER BILD

Auch Musik macht Freude!

Musik liegt der Bose ebenfalls. Der Bass spielt kräftig, bleibt aber stets geschmackvoll dosiert. Die Mitten treten dafür etwas in den Hintergrund. Die Höhen lösen seidig und fein auf, ohne jemals unangenehm scharf zu sein. Das macht richtig Spaß! Dreht man den Subwoofer leicht auf, gewinnt die Wiedergabe nochmals an Druck.

Gute, aber magere App

Die Bose-App ist gut gemacht, bleibt im Funktionsumfang aber knapp. Klangprofile gibt es nicht. Dafür bietet Bose eine KI-Stimmverbesserung, die im Test positiv auffiel. Auf Wunsch filtert die Soundbar per KI die Dialoge heraus und verstärkt sie in drei Stufen. Das Feature hebt Stimmen deutlich hervor und erhält dabei stets ihre Natürlichkeit. Zusätzlich startet man in der App eine Raumeinmessung, kann den Equalizer anpassen und konfiguriert sein Lautsprecher-Set. Viel mehr bietet die Anwendung aber nicht. Internetradios und Netzwerkwiedergabe lokaler Dateien fehlen. Angesichts von AirPlay, Google Cast, Bluetooth und Spotify Connect lässt sich das jedoch verschmerzen.

Drei Screenshots der Bose App zeigen die Steuerung der Lifestyle Ultra Soundbar, die Klanganpassung mit Pegelreglern sowie die Einmessfunktion CustomTune.

Funktional, aber überschaubar: Die Bose-App bietet die wichtigsten Einstellungen, lässt jedoch Komfortfunktionen vermissen.

Foto: COMPUTER BILD

Bose Lifestyle Ultra Soundbar im Test: Fazit

Die Bose Lifestyle Ultra Soundbar setzt auf Sound: Sie spielt Filme wuchtig und groß auf, sorgt für tollen Raumklang und macht auch mit Musik Spaß. Die breite Auswahl an kabellosen Zuspielwegen und die gelungene KI-Stimmverbesserung zählen zu den Stärken.

Schwächen zeigt Bose bei der Abhängigkeit von App, WLAN und Internet. Ohne Fernbedienung ist die Bedienung etwas smartphonelastig. Können Sie damit leben, dann bekommen Sie eine schicke, wohnliche und klangstarke Soundbar, die im Filmton richtig aufdreht.

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